Entschlacken

Richtig entschlacken: So kommt der Körper wieder ins Gleichgewicht

Die Frage nach dem Sinn von Entschlackungskuren wird derzeit so kontrovers diskutiert wie nie zuvor. Während einige Wissenschaftler die Ansicht vertreten, dass die Anlagerung von Giftstoffen nicht reversibel sei, bestreiten andere, dass unerwünschte Fettdepots überhaupt eine negative Wirkung auf das Wohlbefinden haben.

Fakt ist jedoch, dass sich Millionen von Menschen mindestens einmal im Jahr einer Entschlackungskur unterziehen und sich anschliessend besser fühlen. Die positiven Effekte sind unübersehbar: Schlappheit, Übergewicht, Blässe und Konzentrationsstörungen weichen einem angenehmen Körpergefühl und einer erhöhten körperlichen und mentalen Leistungsfähigkeit.

( Was sind Schlacken?)

Im Unterschied zu einer Fastenkur darf bei einer Entschlackungskur weiterhin gegessen werden. Hierbei wird allerdings die Ernährung umgestellt, damit die Schlacken ausgeleitet werden können. Das Ziel besteht darin, möglichst viele schädliche Stoffe aus dem Körper zu bringen und dabei den Organismus nicht zu sehr zu belasten. Eine Entschlackungskur dauert im Regelfall zwei bis vier Wochen und wird je nach Bedarf ein- bis zweimal jährlich durchgeführt.

Spezielle Massnahmen zur Entschlackung

Entsäuerung

Unser Körper ist darauf eingestellt, zwei Drittel seiner Nahrung basisch und nur etwa ein Drittel saure Nahrung aufzunehmen. Durch die industrielle Entwicklung ist der ursprüngliche Speiseplan des Menschen, der im Wesentlichen aus basischen Lebensmitteln wie Gemüse, Früchten, Nüssen und Getreide bestand, völlig durcheinandergeraten. Saure Lebensmittel haben längst die Oberhand gewonnen, während Basen heute klar in der Minderzahl sind. Die Entsäuerung stellt daher eine unverzichtbare Komponente einer jeden Entschlackungskur dar.

( Warum sind saure Lebensmittel so gefährlich?)

Nuesse

Wenn von „sauer“ die Rede ist, ist hiermit nicht der Geschmack gemeint, sondern das, was der menschliche Körper im Zuge des Stoffwechsels mit der aufgenommenen Nahrung macht. Eingelagerte Säuren entstehen hauptsächlich aus Nahrungsquellen, denen man die Säure nicht ansieht: Neben Süssigkeiten, Schwarztee, Kaffee und Erfrischungsgetränken gehören hierzu auch Fisch, Fleisch sowie Milch- und Weissmehlprodukte.

( Übersicht der wichtigsten Säuren- und basenspendenden Lebensmittel)

Darmreinigung

Das Verdauungssystem des Menschen ist – ebenso wie Leber, Nieren und andere Ausscheidungsorgane – häufig überlastet und kann Schlacken und Gifte daher nicht mehr im erforderlichen Mass ausscheiden. Die Stoffe verbleiben nicht im Darm, sondern gelangen in den Blutkreislauf und verteilen sich so im gesamten Körper. Dort belasten sie die Leber und verursachen Allergien, Kopfschmerzen, Hautunreinheiten und andere Krankheiten.

Eine Entschlackung führt zu einer Verkürzung der Darmpassagezeit und verhindert eine permanente Selbstvergiftung. Zudem wird die Darmflora aufgebaut und die Leber entlastet. Schädlichen Pilzen wird auf diese Weise der Nährboden entzogen. Die im Darm befindlichen Bakteriengifte werden zur Ausleitung vorbereitet und können durch entsprechende Flüssigkeitszufuhr aus dem Körper gebracht werden.

In einigen Fällen kann eine Darmreinigung oder gar eine Darmsanierung nötig sein. Eine Darmsanierung sollte stets in Absprache mit dem Arzt bzw. Heilpraktiker erfolgen, wohingegen eine Darmreinigung in Eigenregie durchgeführt werden kann. Hier eine Übersicht der bekanntesten Methoden:

Darmspülungen

Bei einer Darmspülung (auch: Colon-Hydrotherapie) wird mithilfe von speziellen Geräten Wasser in den Dickdarm gepumpt. Anders als bei einfachen Einläufen ist es mit dieser Methode möglich, alten Kot herauszuspülen. Um eine nachhaltige Wirkung zu erreichen, sind mehrere Spülungen notwendig.

Tonerdefasten

Das siebentägige Tonerdefasten ist eine Kombination aus einer Saftkur und einer Heilerde-Entschlackungskur. Hierzu eignen sich sowohl handelsübliche Heilerde als auch Vulkanasche und Bentonit. Damit die alten Schlacken ausgeschieden werden können, werden ergänzend Flohsamen eingenommen. Will man alle Darmverkrustungen entfernen, müssen mehrere dieser Kuren durchgeführt werden.

Olivenölfasten

Beim Olivenölfasten nimmt man vier- bis fünfmal täglich zwei Esslöffel Olivenöl mit 150 ml Orangensaft zu sich. Das Öl löst alte Giftstoffe und reinigt den Dickdarm. Durch das Fasten wird verhindert, dass sich neue Verschlackungen bilden. Auch bei dieser Methode sind mehrere Wiederholungen nötig.

Bärlauch-Bitter-Kur

Die Bärlauch-Bitter-Kur ist eine der sanftesten Methoden zur Darmsanierung, die besonders bei begleitender Ernährungsumstellung auf basische Kost sehr erfolgreich eingesetzt wird. Der Patient nimmt vor jedem Essen zwei bis drei Kapseln Bärlauch-Frischblatt und einen Teelöffel Bitterpflanzen-Granulat ein. Durch die Kur werden gesunde Darmbakterien unterstützt und Darmpilze zurückgedrängt.

Tägliche Massnahmen zur Entschlackung

Trinken

Trinken, trinken und nochmals trinken: Dies ist eine der unabdingbaren Voraussetzungen für eine erfolgreiche Entschlackungskur. Zwei bis drei Liter pro Tag sollten es mindestens sein. Neben energiereichem und mineralarmem Wasser ohne Kohlensäure (idealerweise zellgängig) bieten sich dazu vor allem Kräuter- und Gewürztees (z.B. Cystus, Ingwer, Kümmel und Schafgarbe), Frischsäfte (für Enzyme), Noni-Saft und verschiedene Basendrinks an.

Tee

Auf aromatisierte Früchtetees, tropische Fruchtsäfte und kohlensäurehaltige Getränke sollte während einer Entschlackungskur verzichtet werden. Aus Gründen der Verträglichkeit sollte die Temperatur bei mindestens 15 Grad liegen. Von kohlensäurehaltigen Softdrinks ist grundsätzlich abzuraten, da diese den Organismus belasten.

Essen

Bei einer Entschlackungskur liegt der Fokus auf einer erhöhten Enzym- und Mineralstoffzufuhr. Idealerweise wählt man eine ballaststoffreiche, bedarfsgerechte Ernährung mit hoher biologischer Wertigkeit. Der Griff ins Bio-Regal lohnt sich allerdings nicht immer: Im Zweifelsfall sollten Lebensmittel lieber direkt vom Erzeuger (z.B. auf dem Wochenmarkt) gekauft werden.

Den Hauptanteil der Ernährung sollte weich gekochtes Gemüse und Obst (vorzugsweise heimische Sorten) in Form von Mus oder Kompott ausmachen. Erlaubt sind zum Beispiel:

  • Blattgemüse
  • Karotten
  • Sojabohnen
  • Sauerkraut
  • Kartoffeln
  • Reis

Die besten Resultate erreicht man mit drei Mahlzeiten am Tag, wobei das Mittagessen die Hauptmahlzeit bildet. Zwischen den Mahlzeiten sollten mindestens vier Stunden liegen, damit sich der Verdauungstrakt erholen kann. Während der Pausen sollte reichlich getrunken werden. Als Ergänzung eignen sich Mikroalgen-Tabletten (z.B. Spirulina- und Chlorella-Algen) sowie Pflanzenelixiere und -granulate.

Verzicht auf Genussgifte

Neben dem Verzehr von Weissmehl-Produkten und industriell hergestellten Lebensmitteln, welche oft grosse Mengen an Konservierungsstoffen enthalten, ist vor allem der Konsum von Genussgiften für das Entstehen eines sauren Milieus verantwortlich. Hierzu gehören insbesondere:

  • Alkohol
  • Koffein
  • Nikotin
  • Zucker

Während den meisten Menschen der Verzicht auf Alkohol und Nikotin vergleichsweise leicht fällt, stellt die Verringerung des Koffeinkonsums eine echte Herausforderung dar. Viele Berufstätige wollen auf den morgendlichen „Koffeinkick“ ungern verzichten. Hier gilt es abzuwägen, ob eine totale Abstinenz wirklich nötig ist: Pflegt man ansonsten einen gesunden und ausgewogenen Ernährungsstil, hält sich der Schaden für die Gesundheit in Grenzen.

Mit dem Verzicht auf Zucker tun sich viele Menschen ebenfalls schwer. Nicht umsonst gilt Zucker als Substanz, die schnell abhängig macht. Eine Entschlackung bedeutet das Weglassen sämtlicher Produkte, in denen raffinierter oder unraffinierter Zucker enthalten ist. Dies heisst jedoch nicht, dass man süsse Speisen und Getränke ganz aus dem Speiseplan streichen muss: Es gibt heute eine Vielzahl von Substituten, von denen viele sogar im Supermarkt erhältlich sind. Zu den bekanntesten zählen:

  • Agavensirup
  • Ahornsirup
  • Just like Sugar™
  • Kokosblütenzucker
  • Stevia
  • Sucrin
  • Sucolin

Zum Süssen von Tee eignen sich auch konzentrierte Dicksäfte, die normalerweise aus Birnen oder Äpfeln hergestellt werden. Eine Alternative sind eingelegte Trockenfrüchte, die nach dem Pürieren eine Art Sirup ergeben. Zum Süssen von Gebäck und Kuchen können die Trockenfrüchte klein gehackt und der Backmischung hinzugefügt werden.

Spielt die Kalorienzahl beim Entschlacken eine untergeordnete Rolle, kann man auch auf Honig als Süssungsmittel zurückgreifen. Honig hat zum einen den Vorteil, dass er reich an Mineralstoffen und Vitaminen ist. Zum anderen verhindert Honig durch seine antibakteriellen Eigenschaften die Heilung von Infektionskrankheiten. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass man ihn nicht über 40 Grad Celsius erhitzt.

Grundsätzlich gilt: Auch naturbelassene Zuckeralternativen sollten nicht in zu grossen Mengen genossen werden. Bei nahezu allen derartigen Produkten handelt es sich letztlich um industrielle Erzeugnisse, die eine nachteilige Wirkung auf die Vitalstoffversorgung und nicht zuletzt auch auf die Gesundheit der Zähne haben.

Bewegung

Bewegung ist bei einer Entschlackungskur sehr förderlich, da man auf diese Weise den Abbau und die Ausleitung der Giftstoffe unterstützt. Dies kann in Form von Spaziergängen an der frischen Luft geschehen, aber auch durch Trampolin-Schwingen oder Tai-Chi. Fahrradfahren, Walking, Schwimmen und Joggen sind ebenfalls geeignet, um den Abbau der Gifte zu beschleunigen. Eine halbe Stunde am Tag stellt hier das absolute Minimum dar.

Fahrradfahren

Das langfristige Ziel besteht darin, mehr Bewegung in den Alltag einzubauen. Oft genügt es, wenn der Praktizierende morgens mit dem Rad zur Arbeit fährt. Auch ein halbstündiger Spaziergang lässt sich normalerweise problemlos im Tagesablauf unterbringen. Nach dem Ende der Entschlackungskur sollte dieser Weg konsequent weiter verfolgt werden, damit sich keine neuen Einlagerungen bilden können.

Fusspflaster, Infrarotbehandlungen und Basenbäder

Mit Fusspflastern wie „Seguin“ oder „Kinotakara“ lassen sich die Effekte einer Entschlackungskur maximieren. Ergänzend kann eine Wärmetherapie mit ferninfraroten Strahlen (FIR) dafür sorgen, dass sich der Zellstoffwechsel beschleunigt und intensiviert. Hierdurch wird die Ausscheidung von Schlacken, Viren und Bakterien sowie die zelluläre Versorgung mit Sauerstoff und Vitalstoffen erleichtert.

Ein weiteres Mittel der täglichen Entschlackung sind Basenbäder. Dazu werden lediglich eine Badewanne und ein basischer Badezusatz benötigt. Die Grundlage bilden hochwertige natürliche Salze (z.B. Kristallsalze), Mineralien und Basen (z.B. Natron). Bewährt haben sich Zusätze mit der Sango-Meereskoralle, die mehr als 70 Spurenelemente (u.a. Calcium und Magnesium) liefern und die Ausleitung von Säuren fördern.

Basenbäder mit Magnesium sind ebenfalls sehr zu empfehlen. Eine ausreichende Zufuhr von Magnesium beugt Erkrankungen wie Arteriosklerose, Arthritis und Osteoporose vor. Die Stressanfälligkeit sinkt; gleichzeitig erhöhen sich die Schlafqualität und die Konzentrationsfähigkeit. Daneben profitiert auch die Haut von Basenbädern mit Magnesium, da das wertvolle Mineral einer übermässigen Austrocknung entgegenwirkt.

Claudia Reimann

Geschrieben von:

Claudia Reimann

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